11.07.2017, 10:30 Uhr

Alle Gewinnen

Kreisverkehr der Hit

„Es gibt keine Verlierer“,  findet Kaspar Müller in seinem Bericht zum Freilassinger Kreisverkehr auf der Münchener Straße. Ganz gleich wie ich den Kreisel nutze, als Autofahrer, Fußgänger oder Radfahrer, es gibt für keinen eine rote Ampel mit den entsprechenden Wartezeiten und der Verkehr fließt fast immer ohne Störung. Alle Verkehrsteilnehmer können zufrieden sein, fand der Vorsitzende der Grünen/Bürgerliste auf deren Ortsversammlung, der auch eine beachtenswerte Rücksichtsnahme aller Nutzer beobachtet haben will. Stadtrat Wolfgang Hartmann konnte dem nur zustimmen. Auch wenn derzeit noch viele Radfahrer sich als „Fußgänger benehmen“ und  auf dem Bürgersteig radelnd dann die Zebrastreifen benutzen, kann man jetzt schon von einem Erfolg sprechen. Der Fraktionssprecher möchte es nicht versäumen an dieser Stelle auch ein Lob an die Planer, Fachbehörden und ausführenden Firmen aussprechen, ohne deren flexiblen Handlungsweise das Werk nicht gelungen wäre. Er zeigte sich auch zuversichtlich, dass immer mehr Radfahrer sich auch trauen im allgemeinen Verkehrsfluss „mitzuschwimmen“ und die Fahrbahn gemeinsam mit den Autofahrern zu nutzen. 

Gelungen sei auch die optische Gestaltung des Kreisels, fand Altstadtrat Ernst Wohlschlager. Die rote Achse einer Dampflok in der Mitte, eine Verbeugung an die örtliche Geschichte als Eisenbahnerstadt, umgeben von „purer Natur“.  Die Wiesenblumen verdeutlichen seiner Meinung nach auch den Willen der Planer, wieder mehr Natur in die Stadt einziehen zu lassen.  Die bunte Pracht sei nicht nur eine Augenweide für die Menschen, sondern auch eine  wirkliche Weide für die Bienen und Insekten in der Stadt.

Verbesserungswürdig

Die Aufteilung des weiteren Straßenraums auf der Münchener Straße nähme nun nach Aufbringung der Fahrradstreifen gestalt an und ordnet die unterschiedlichen Funktionen der Straße, referierte Architekt und Planer Kaspar Müller. Auch hier funktioniert aus seiner Sicht das Konzept bisher recht gut. Parkende Autofahrer und Radfahrer kommen anscheinend mit der Regelung ganz gut zurecht, findet Müller. Mit Spannung erwarte man nun die Planung für die Gehsteige beidseits der Münchener Straße. Diese habe ja bereits für erhebliche Diskussionen in der Bevölkerung gesorgt, da manche der Meinung waren, dass mit der Fertigstellung des Straßenbelages nun der gesamte Ausbau abgeschlossen sei. Für die Gehwege sei nicht das Staatliche Straßenbauamt zuständig, sondern die Stadt selbst, erläuterte Stadtrat Hartmann. Eigentlich sollte der Umbau längst vollzogen sein, doch die prekäre Personalsituation im Bauamt mache dies zur Zeit unmöglich. „Gut Ding will Weile haben“, so sei man mit der grünordnerischen Gestaltung voller Hoffnung,  so die Versammlungsteilnehmer.

Man erwarte allerdings schon, dass die beim Umbau zum Opfer gefallenen Bäume zumindest wieder ersetzt werden. Besonders im Bereich der Bushaltestelle auf Höhe der Rupertuskirche, wo der Straßenraum der Münchener Straße sich weitet, fehlten die den Raum gliedernden Bäume. Allerdings könne man sich auch vorstellen, dass noch etwas mehr Natur in den Straßenraum einziehe.

Auf die Bedeutung von Grün auch in der Innenstadt hatte zuletzt, wie Wolfgang Hartmann berichtete, der von der Stadt Freilassing mit der Planung für die Innenstadt beauftragte Prof. Schirmer hingewiesen. Mensch und Tierwelt profitieren von der klimaregulierenden Wirkung, von reinerer Luft und im Sommer von geringerer Überhitzung der Straßen und Plätze wenn Laubbäume in die Planung mit einbezogen werden.

Von: Kaspar Müller

Kategorie: Freilassing